Die Energieeffizienz einer Immobilie spielt beim Verkauf in Berlin eine immer wichtigere Rolle. Eine aktuelle Analyse von immowelt zeigt, dass Wohnungen mit der Energieeffizienzklasse A+ im bundesweiten Durchschnitt rund 20 Prozent teurer angeboten werden als vergleichbare Wohnungen mit der mittleren Klasse D. Bei Häusern liegt der Preisaufschlag für A+-Immobilien bei rund 15 Prozent. Gleichzeitig werden Häuser mit der schwächsten Klasse H im Schnitt etwa 17 Prozent günstiger angeboten als Objekte mit Klasse D.
Gerade für den Berliner Immobilienmarkt ist diese Entwicklung besonders relevant. Denn Berlin ist geprägt von einem großen Bestand an Altbauten, älteren Mehrfamilienhäusern und sanierungsbedürftigen Wohnimmobilien. Damit werden Themen wie Energiekosten, Modernisierungsbedarf und zukünftige Investitionen für Käufer und Eigentümer immer wichtiger. Diese Einordnung ist eine naheliegende Schlussfolgerung aus den von immowelt beschriebenen Preiswirkungen der Energieeffizienz.
Besonders bei Häusern sind Preisabschläge deutlich spürbar
Laut immowelt wirken sich schlechte Energieeffizienzklassen vor allem bei Häusern deutlich auf die Angebotspreise aus. Häuser mit Energieklasse H liegen im Durchschnitt rund 17 Prozent unter dem Preisniveau vergleichbarer Häuser mit Klasse D. Auch die Klassen G und F weisen spürbare Abschläge auf. Umgekehrt erzielen Häuser mit den Klassen A+, A und B merkliche Preisaufschläge.
Für Eigentümer in Berlin bedeutet das: Wer ein Einfamilienhaus oder eine sanierungsbedürftige Wohnimmobilie verkaufen möchte, sollte die energetische Situation der Immobilie nicht unterschätzen. Sie kann direkten Einfluss auf die Preispositionierung, die Nachfrage und die Vermarktungsgeschwindigkeit haben. Diese Aussage stützt sich auf die in der Analyse beschriebenen Preisunterschiede nach Energieklassen.
Auch Eigentumswohnungen in Berlin profitieren von guter Energiebilanz
Nicht nur Häuser, sondern auch Eigentumswohnungen profitieren von einer guten Energieeffizienz. Laut immowelt kosten Wohnungen mit Energieklasse A+ durchschnittlich rund 20 Prozent mehr als vergleichbare Angebote mit Klasse D. Wohnungen mit der schwächsten Klasse H werden dagegen im Deutschlandmittel rund 9 Prozent günstiger angeboten. Ein möglicher Grund: Sanierungskosten werden bei Wohnungen häufig innerhalb der Eigentümergemeinschaft verteilt, wodurch die Belastung für einzelne Käufer geringer sein kann als bei Einfamilienhäusern.
Gerade in Berlin mit seinen zahlreichen Eigentumswohnungen, Altbauwohnungen und WEG-Strukturen ist das ein wichtiger Aspekt. Käufer schauen heute genauer darauf, welche laufenden Kosten zu erwarten sind und welche energetischen Maßnahmen künftig beschlossen werden könnten. Die immowelt-Analyse legt nahe, dass diese Faktoren die Zahlungsbereitschaft am Markt zunehmend beeinflussen.
Seit 2022 zeigen sich energetisch gute Immobilien robuster
Immowelt weist außerdem darauf hin, dass sich energieeffiziente Immobilien seit dem Zinsanstieg und der Energiekrise im Jahr 2022 schneller erholt haben als energetisch schwächere Objekte. Besonders ineffiziente Gebäude gerieten stärker unter Druck, auch wegen gestiegener Finanzierungskosten, höherer Energiepreise und der Diskussion um strengere energetische Vorgaben.
Das ist auch für Berlin ein wichtiges Signal. In einem Markt, in dem Kaufinteressenten genauer rechnen und Finanzierungen sensibler geprüft werden, gewinnt die Energieeffizienz zusätzlich an Bedeutung. Sie ist längst nicht mehr nur ein technisches Detail, sondern ein echter Werttreiber.
Was Eigentümer und Käufer in Berlin jetzt beachten sollten
Für Verkäufer in Berlin kann eine gute Energiebilanz die Vermarktung deutlich unterstützen. Für Käufer können Immobilien mit schwächerer Effizienzklasse zwar günstiger im Einstieg sein, gleichzeitig müssen mögliche Sanierungsmaßnahmen und Folgekosten realistisch eingeplant werden.
Die immowelt-Auswertung basiert auf Häusern und Wohnungen, die im Jahr 2025 auf immowelt.de zum Kauf angeboten wurden. Für die Analyse wurde laut Pressemitteilung ein hedonisches Modell verwendet, um den reinen Preiseffekt der Energieeffizienz möglichst isoliert zu betrachten; andere Faktoren wie Lage, Größe oder Ausstattung wurden dafür bewusst herausgerechnet.
Fazit für den Berliner Immobilienmarkt
Auch in Berlin wird die Energieeffizienz immer stärker zu einem entscheidenden Faktor bei der Immobilienbewertung. Gute Effizienzklassen können den Angebotspreis stützen oder sogar erhöhen, während energetisch schwächere Immobilien häufiger Preisabschläge hinnehmen müssen. Wer in Berlin eine Immobilie verkaufen, kaufen oder ihren Marktwert realistisch einschätzen möchte, sollte den energetischen Zustand heute stärker denn je in die Gesamtbetrachtung einbeziehen. Auf Basis der immowelt-Daten ist davon auszugehen, dass dieser Trend weiter an Bedeutung gewinnt.
