Wer eine Immobilie verkaufen oder bewerten möchte, stößt schnell auf die Begriffe Mehrfamilienhaus, Zinshaus oder Wohn- und Geschäftshaus. Oft werden diese Bezeichnungen gleichgesetzt – tatsächlich unterscheiden sie sich jedoch in ihrer Nutzung, Perspektive und Zielgruppe.
Für Eigentümer ist diese Einordnung entscheidend, da sie direkten Einfluss auf Kaufpreis, Vermarktungsstrategie und Käuferkreis hat.
| Kriterium | Mehrfamilienhaus | Zinshaus | Wohn- und Geschäftshaus |
|---|---|---|---|
| Definition | Gebäudetyp mit mehreren Wohneinheiten | Investmentbegriff für ein ertragsorientiertes Mehrfamilienhaus | Gebäude mit gemischter Nutzung aus Wohnen und Gewerbe |
| Nutzung | Überwiegend oder ausschließlich Wohnen | Überwiegend Wohnen, mit Fokus auf Mieterträge | Wohnen und Gewerbe in einem Gebäude |
| Perspektive | Baulich / technisch | Wirtschaftlich / renditeorientiert | Nutzungsbezogen / funktional |
| Zielgruppe | Eigennutzer und Kapitalanleger | Vor allem Investoren | Vor allem Investoren |
| Gewerbeanteil | In der Regel keiner | Meist keiner oder untergeordnet | Wesentlicher Bestandteil |
| Bewertung | Je nach Fall Vergleichswert oder Ertragswert | Vor allem Ertragswertverfahren | Ertragswertverfahren mit differenzierter Betrachtung |
| Komplexität | Eher gering bis mittel | Mittel | Höher durch gemischte Mietstruktur |
| Typische Vermarktung | Breitere Ansprache | Gezielte Ansprache von Kapitalanlegern | Gezielte Vermarktung an Investoren mit Fokus auf Nutzungsmix |
Die Einordnung einer Immobilie beeinflusst maßgeblich die Vermarktung:
Gerade in Berlin zeigt sich, dass falsch eingeordnete Immobilien oft deutlich länger am Markt sind oder unter Wert verkauft werden.
Wir analysieren jede Immobilie nicht nur nach ihrer Nutzung, sondern vor allem nach ihrem Marktpotenzial.
Je nach Einordnung entwickeln wir eine individuelle Strategie:
So erreichen wir die passende Käufergruppe und optimieren den Verkaufspreis.
Nein. Ein Zinshaus ist kein eigener Gebäudetyp, sondern bezeichnet ein Mehrfamilienhaus aus Sicht eines Investors mit Fokus auf Rendite.
Sobald sich im Gebäude neben Wohnungen auch Gewerbeeinheiten befinden, spricht man von einem Wohn- und Geschäftshaus.
In vielen Fällen bieten Wohn- und Geschäftshäuser höhere Renditechancen, allerdings bei gleichzeitig höherem Risiko durch Gewerbemieter.
Je nach Nutzung erfolgt die Bewertung über das Vergleichswertverfahren oder das Ertragswertverfahren. Bei vermieteten Immobilien steht meist der Ertrag im Vordergrund.
Mehrfamilienhäuser sprechen sowohl Eigennutzer als auch Anleger an. Zinshäuser und Wohn- und Geschäftshäuser richten sich überwiegend an Investoren.